Neue Denkwege mit KI?

INNOVATIONSFÄHIGKEIT

Neue Denkwege: wenn Werkzeuge sich schneller ändern als Gewohnheiten

Vor kurzem war ich zu Gast im Webcast Denkbar, Zukunft jetzt der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, zum Thema: neue Denkwege bei komplexen Herausforderungen. Eigentlich haben wir uns über die TRIZ-Anwendung besprochen, doch im Nachgang beschäftigt mich eine Frage: was macht ein Werkzeug wie ein KI-Modell mit unserem Denken, bevor wir uns überhaupt entschieden haben, es zu benutzen.

Wo ich das zuerst gemerkt habe

Im Gespräch vor der Kamera wurde mir eine Frage gestellt, nur diesmal ging es um KI. Wie findet man den eigentlichen Kern eines Problems, wenn alle schon eine Lösung im Kopf haben, bevor das Problem überhaupt ausgesprochen ist?

Das bestätigen sicher auch Beteiligte anderer F&E Abteilungen: ein KI-Modell wird getestet oder eingeführt, bevor die Frage geklärt ist, welches Problem es eigentlich lösen soll. Ich verstehe das auch völlig, weil ich auch neugierig bin und neue Dinge gern ausprobiere. Zudem fühlt sich die Nutzung eines neuen Werkzeugs wie ein KI-Tool nach Fortschritt an und lockt unseren natürlichen, menschlichen Spieltrieb. Dafür braucht es keine geklärte Richtung.

Zurück zum Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem Denkweg

Ein KI-Werkzeug beantwortet eine Frage schneller. Ein Denkweg verändert, welche Frage überhaupt gestellt wird. TRIZ, die Methode, mit der ich seit Jahren arbeite, ist ein Denkweg. Dort fragen wir nicht direkt, wie automatisieren wir etwas, sondern, welcher Widerspruch steckt eigentlich dahinter, wenn wir mehr Geschwindigkeit wollen, ohne Sorgfalt zu verlieren.

Diese Frage betrifft KI-Werkzeuge genauso wie jede technischen Erfindung zuvor. Wer von sich aus nach dem zu lösenden Widerspruch fragt, anstatt direkt nach dem nächsten Feature zu schauen, findet fast immer eine Lösung, die beides Geschwindigkeit & Sorgfalt zusammenbringt, statt eines zu opfern.

Was das für Führung bedeutet

Führungskräfte, die diesen hinterfragenden Denkweg beherrschen, brauchen weder Angst vor KI zu haben noch müssen sie sie vorschnell einsetzen. Sie können in Ruhe fragen, wo genau der Engpass liegt, bevor sie ein Werkzeug für dessen Auflösung einsetzen.

Wenn Sie diese Frage in Ihrer eigenen Organisation gerade auch umtreibt, lade ich Sie zu einem Gespräch ein.

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