Sensing Journey

Die Sensing Journey – Geführte Planung | barbara-gronauer.de
Methode und Reflexion

Die Sensing Journey

Eine geführte Planung in zwei Teilen: Erst folgen Sie Ihrem Produkt von der Herkunft der Materialien bis nach der Nutzung und finden heraus, wer betroffen ist. Dann planen Sie die Lernreise zu diesen Menschen und Orten.

Zur Methode

Was steckt dahinter?

Die Sensing Journey stammt aus der Theorie U von Otto Scharmer und dem Presencing Institute. Ein kleines Team verlässt seine gewohnte Umgebung und besucht Menschen und Orte, die für seine Frage wichtig sind. Es geht nicht um Besichtigung oder Benchmarking, sondern darum, die Lage mit den Augen anderer zu sehen.

Die besten Ziele sind Orte, die für die Frage sehr wichtig sind und über die das Team bisher wenig weiß. Oft liegen sie am Rand des Systems: bei Menschen, die von einer Neuerung betroffen sind, aber selten gefragt werden.

Wer diese Menschen sind, zeigt sich, wenn Sie dem Produkt durch sein ganzes Leben folgen: von der Herkunft der Materialien über Herstellung, Transport und Nutzung bis zu dem, was danach mit ihm geschieht. Deshalb beginnt diese Planung mit einer Wertschöpfungskarte. Sie ersetzt keine Ökobilanz. Ihre Fragen lenken den Blick auf die Menschen und die Natur entlang des Weges und zeigen, wen Sie einbeziehen sollten.

Im Stimmlosen-Algorithmus ist die Sensing Journey Schritt 1: Sie holt die Perspektiven der stimmlosen Betroffenen, der Extremnutzer und der Natur ein. Mit den Ergebnissen arbeiten Sie im Zukunftsrad und im Zukunftskegel weiter.

Teil A

Wer ist betroffen? Die Wertschöpfungskarte

Folgen Sie Ihrem Produkt in fünf Phasen. Tragen Sie in jeder Phase ein, welche Menschen beteiligt oder betroffen sind und wie die Natur betroffen ist. Für die Natur tragen Sie sachkundige Stellvertreter ein. Die vorausgefüllten Texte sind ein Beispiel. Im Workshop eignet sich die Karte gut für den Beamer: Eine Person schreibt, alle reden mit.

Auf dem Handy können Sie die Karte seitlich verschieben.

    A6

    Materialkreislauf

    Woher kommen die wichtigsten Materialien und Verbrauchsmaterialien, und wo landen sie nach der Nutzung? Eine grobe Einschätzung genügt. Wo neu gewonnenes Material auf der Deponie, in der Natur oder an unbekanntem Ort endet, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

    A7

    Wen beziehen wir ein?

    Die Liste füllt sich aus den Schritten A1 bis A6. Übernehmen Sie die Personen in die Reiseplanung oder merken Sie sie für das Zukunftsrad vor.

    Teil B

    Die Reise planen

    Die Landkarte zeigt, welche Orte sich für Ihre Reise lohnen. Sie aktualisiert sich, wenn Sie Ihre eigenen Orte eintragen.

    Ort oder Gesprächspartner am Rand des Systems, ohne Stimme
      Jetzt Sie

      Ihre eigene Sensing Journey

      Planen Sie Ihre Reise in fünf Schritten. Die vorausgefüllten Texte sind ein Beispiel. Überschreiben Sie sie mit Ihren eigenen Inhalten oder leeren Sie alle Felder. Drucken Sie die Karte und den Reiseplan aus und nehmen Sie beides mit.

      B1

      Kernfrage und Kernteam

      Welche Frage soll die Reise beantworten? Und wer reist mit? Ein Kernteam aus drei bis fünf Personen mit unterschiedlichen Blickwinkeln sieht mehr als eine Person allein.

      Unsere Kernfrage
      Unser Kernteam
      B2

      Orte auswählen

      Sammeln Sie bis zu sechs Orte oder Gesprächspartner. Wie wichtig ist jeder für Ihre Frage, und wie viel wissen Sie schon darüber? Markieren Sie, wer am Rand des Systems steht und sonst keine Stimme hat. Mit „In die Reiseplanung übernehmen“ in Schritt A7 füllen Sie diese Liste aus der Wertschöpfungskarte. Die Landkarte oben zeigt, wohin sich die Reise lohnt.

      Ort oder GesprächspartnerRelevanzUnser WissenRand
      B3

      Vor der Reise

      Halten Sie fest, was Sie heute annehmen. Nach der Reise vergleichen Sie damit, was Sie erlebt haben.

      Was erwarten wir zu sehen und zu hören?
      Welche offenen Fragen nehmen wir mit?
      B4

      Unterwegs

      Die Haltung entscheidet, was Sie wahrnehmen. Gehen Sie diese Punkte vor jedem Besuch im Team durch.

      • Neugierig bleibenStellen Sie Ihr Urteil zurück. Was Sie zu wissen glauben, darf sich ändern.
      • Zuhören statt erklärenSie sind als Lernende da. Bieten Sie keine Lösungen an und werben Sie nicht für Ihr Vorhaben.
      • Keine Bestätigung suchenAchten Sie gerade auf das, was Ihren Annahmen widerspricht.
      • Mit allen Sinnen wahrnehmenWie ist der Ort? Was fällt auf, was fehlt? Nutzen Sie auch unerwartete Begegnungen.
      • Prägnantes festhaltenNotieren Sie Aussagen und Beobachtungen, die hängen bleiben, möglichst im Wortlaut.
      B5

      Nach der Reise

      Werten Sie gemeinsam aus, möglichst noch am selben Tag. Vergleichen Sie mit Ihren Annahmen aus Schritt B3.

      Was hat uns überrascht?
      Welche Aussagen bleiben hängen?
      Wessen Sicht fehlt uns noch?
      Was die Reise leistet

      Drei Wirkungen

      Neue Sicht

      Das Team erlebt die Lage aus der Sicht anderer, statt nur über sie zu sprechen.

      Fehlende Stimmen

      Wer sonst nicht gefragt wird, kommt zu Wort. Das zeigt Folgen, die am Schreibtisch unsichtbar bleiben.

      Gemeinsames Bild

      Die gemeinsame Erfahrung verbindet das Team und gibt der weiteren Arbeit eine geteilte Grundlage.

      Reflexion

      Was zeigt Ihnen Ihre Reise?

      Welche Ihrer Annahmen hat sich nicht bestätigt?
      Wer ist von Ihrer Neuerung betroffen, obwohl er nicht Ihr Kunde ist?
      Wen sollten Sie einladen, wenn Sie im Zukunftsrad die Folgen Ihrer Neuerung durchdenken?

      Der Materialkreislauf in Teil A beruht auf einer Idee von Horst Nähler, meinem Partner in der TRIZ Akademie.

      Nutzung: Sie dürfen dieses Werkzeug frei nutzen, weitergeben und anpassen. Bitte nennen Sie dabei Barbara Gronauer, barbara-gronauer.de, als Urheberin, verwenden Sie es nicht kommerziell und geben Sie Anpassungen unter derselben Lizenz weiter: CC BY-NC-SA 4.0. Für den Einsatz in bezahlten Workshops oder Beratungen sprechen Sie mich gern an. Ihre Eingaben bleiben in Ihrem Browser und werden nicht an einen Server gesendet.

      Nächster Schritt

      Möchten Sie die Reise begleitet planen?

      Ich unterstütze Sie bei der Auswahl der Orte, der Vorbereitung des Teams und der gemeinsamen Auswertung. Sie und die Menschen vor Ort bringen das Wissen mit, ich das Handwerkszeug und den Raum.

      Erstgespräch vereinbaren

      Oder rufen Sie mich direkt an: +49 152 33 55 83 84